Foto: Laufband

Außer Kontrolle geratenes Laufband im Kopf?

Trap-trap-trap geht’s auf dem Laufband, trap-trap-trap. Das Laufband wird schneller, oh-oh! Du musst auch schneller werden, trap-trap-trap-trap-trap. Und noch schneller. Und wenn du stehen bleibst, wirft dich das Laufband ab wie ein Rodeopferd. Wenn du Glück hast, gibt das nur ordentlich blaue Flecken.

Diese Geschichte führt uns mitten in die Denkdiät: Unkontrollierte Gedanken sind nämlich wie ein außer Kontrolle geratenes Laufband.

Denken und Gedanken haben sind ganz und gar nicht dasselbe.

Du kalkulierst den Preis für ein Angebot; du reparierst dein Fahrrad; du konzipierst einen Vortrag; du planst deinen Urlaub; du schreibst einen Roman; du schreibst eine E-Mail: Das ist denken. Du stehst vor einer konkreten Aufgabe und nutzt deinen Verstand, um diese Aufgabe zu lösen. Ja! Du nutzt das Laufband.

Aber ganz oft nutzt das Laufband dich, scheucht dich sinnlos herum, treibt dich an: Du machst dir Sorgen – über deine Kinder, über die Umsatzentwicklung, über den komischen Fleck auf dem Oberarm, und ob das Wetter wohl hält? Du machst dir Vorwürfe – weil du dich nicht genug angestrengt hast; weil du ruppig warst; weil du doch wieder zuviel von der köstlichen Pasta gegessen hast. Das ist Gedanken haben, oder noch besser, die Gedanken haben dich. Plagen dich.

Kannst du sie loswerden? Tja, vielleicht. Der Fallstrick ist nämlich, dass der Gedanke, diese Gedanken loswerden zu wollen, auch wieder einer dieser Gedanken ist, die DICH haben, die dich laufen und laufen lassen, die dich terrorisieren. Das ist so wichtig und so paradox, dass ich es gleich noch einmal betone:

Der Gedanke, Gedanken loswerden zu wollen, ist auch wieder einer dieser Gedanken, die DICH haben und beherrschen.

Willst du wissen, wie du das Laufband stoppen kannst? Ich werde es dir gleich erzählen. Aber vorher will ich noch etwas klarstellen hier: Ich bin erleuchtet. Ich bin erleuchtet, immer wieder einmal, für ein paar Augenblicke. Und dann trotte ich wieder übers Laufband, trap-trap-trap, oder das Laufband lässt mich rasen, trap-trap-trap-trap-trap-trap-trap-trap. Die meiste Zeit bin ich nämlich nicht erleuchtet, die meiste Zeit bin ich normal und “habe Gedanken”. Also glaub mir, ich weiß, wovon ich rede.

Allerdings habe ich ein Zauberwort gefunden, mit dem man das Laufband anhalten kann. Die Menschen, die meine Sachen lesen und meine Denkdiät-Seminare besuchen, kennen das Zauberwort bereits. Alle anderen kennen es auch – wissen aber noch nicht, dass es ein Zauberwort ist. Jetzt und hier wird das Geheimnis für alle gelüftet:

Mit “Aha” hältst du das Laufband an.

Aha, das denke ich also. – Jetzt schreibe ich den Bericht fertig.
Aha, das denke ich also. – Jetzt lackiere ich mir die Zehennägel.
Aha, das denke ich also. – Jetzt setze ich mich an die  Steuererklärung.
Aha, das denke ich also. – Jetzt höre ich meinem Kunden ganz genau zu.
Aha, das denke ich also. – Jetzt rufe ich einen Freund an.

Zugegeben, mitunter braucht es mehr als ein Aha. Wenn das Laufband rast, wenn es den Gedanken gelungen ist, unsere Emotionen anzufeuern (Angst! Schuld! Hoffnung!), braucht es ganze Aha-Kaskaden:

Aha, das denke ich also. – Jetzt schreibe ich den Bericht fertig.
Aha, das denke ich immer noch. – Jetzt mache ich weiter mit dem Bericht.
Aha, die Gedanken kommen wieder. – Jetzt mache ich weiter mit dem Bericht.
Das nützt überhaupt nichts! Diese Scheißgedanken lassen sich nicht abstellen! – Aha. Jetzt denke ich also, diese Scheißgedanken lassen sich nicht abstellen. Aha. – Jetzt mache ich weiter mit dem Bericht.
Aha, die Gedanken kommen immer wieder. – Aha, jetzt gehe ich joggen. Oder Holz hacken.

Bevor du glaubst, ich wäre nicht ganz dicht – obwohl es dafür durchaus Gründe gäbe – probiere das Zauberwort doch einfach aus. Es wird wirken, versprochen! Garantiert. Du wirst das Laufband damit vielleicht nicht immer zum Stillstand bringen, aber auf jeden Fall das Tempo drosseln, wieder ein wenig Kontrolle darüber gewinnen und dich nicht mehr ganz so ausgeliefert fühlen. Ich habe es hunderte, tausende Male ausprobiert, und es wirkt immer, wenigstens ein bisschen. Und dieses Bisschen macht den großen Unterschied.

Wie und warum, werde ich dir im nächsten Artikel erklären.

2 Gedanken zu „Außer Kontrolle geratenes Laufband im Kopf?

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