Spruchbild: Geh los. Nur mit Denken kommst du nicht ans Ziel deiner Träume.

Das Tun-als-ob-Prinzip

Vielleicht ist es doch besser,

  • ich mache noch eine Ausbildung, bevor ich mich bewerbe.
  • ich zeige noch ein Jahr Geduld, bevor ich aus diesem Verein austrete.
  • ich schlafe nochmal drüber, ob dieses Engagement wirklich eine gute Idee wäre.

Kennst du ähnliche Gedankenspiele? Dann lass dir heute mal von Richard Wiseman, einem britischen Psychologen, zurufen:

MACHEN – nicht denken!

Tja, wenn das immer so leicht wäre. Der Teil unseres Gehirns, der logisch und vernünftig denkt, ist evolutionär gesehen noch blutjung. Er ist noch nicht so richtig ins gesamte System integriert, wie der Arzt und Psychotherapeut David Jonas immer wieder betonte. Vernunft hemmt unüberlegtes Tun. Damit hat sie die Menschheit und auch dich und mich schon vor so manchem Schaden bewahrt. Und sie hat durch diese Hemmung einen Raum geöffnet, eine Lücke, die es uns ermöglicht, zu entscheiden und eine Wahl zu treffen, die Instinkt und Trieb entgegenstehen kann.

Wie oft das eine gute Sache ist, brauche ich  nicht lange zu erörtern. Allerdings, und das ist eine Schattenseite des nicht immer lichten, vernünftigen Denkens, können wir uns davon auch lähmen lassen. Unfruchtbares Kreiseldenken; endlos denken statt handeln; ignorieren und unterdrücken des Körpers, der Empfindungen und Gefühle. Das ist die Crux.

Dabei hat William James, einer der Gründerväter der modernen Psychologie, schon vor 130 Jahren empfohlen:

“Wenn du eine bestimmte Eigenschaft haben willst, handle so, als ob du sie schon hättest.”

“Blödsinn”, wirft das Denken da gerne ein, “ich kann doch nicht mutig handeln, bevor ich mutig bin, nicht fröhlich lachen, bevor ich fröhlich bin.” Klingt logisch, ist aber falsch. In den letzten zwanzig Jahren hat eine Vielzahl von Experimenten bestätigt, was William James glasklar erkannte:

“… der unübertroffene willentliche Pfad zum Frohsinn … besteht darin, sich fröhlich hinzusetzen, fröhlich in die Runde zu blicken und zu handeln und zu sprechen, als ob der Frohsinn bereits da wäre. … Mit einem schlechten Gefühl zu ringen, fesselt bloß unsere Aufmerksamkeit daran und hält es in unserem Geist fest.”

Also, wie willst du jetzt sein? Fröhlich? Mutig? Hilfsbereit? Mächtig? Großzügig? Weise? Dann handle jetzt so, als ob – wenigstens zwei Minuten lang. Ich tu’s auch, versprochen.

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