Spruchbild: Opfer sein ist eine Tätigkeit.

Die Herausforderung – 6. Woche

Da war jemand gemein zu dir. Hat dir etwas weggenommen, etwas aufgezwungen, dich verletzt. Geschieht es gerade jetzt? Wahrscheinlich nicht, schließlich liest du im Moment. Leidest du noch unter dieser alten, vergangenen Erfahrung? Bist du deswegen wütend, traurig oder fühlst du dich überwältigt und hilflos? Dann schau dir einmal an, wie du dich nach einer solchen Erfahrung selbst zum Opfer machst.

1. Reinszenierung im Kopf

Die Realität ist viel freundlicher als du“, sagt Byron Katie. In der Realität enden nämlich alle Erfahrungen, so schmerzhaft und herausfordernd sie auch sein mögen.

Jedes Mal, wenn du in Gedanken wieder eine alte Ungerechtigkeit durchkaust, jedes Mal, wenn du dir dieselben Fragen stellst (Wie konnte er nur? Warum ist mir das nur passiert?) oder dieselben Feststellungen (!) machst (Das hätte er niemals tun dürfen! Das werde ich ihr nie verzeihen!), dann belebst und zementierst du damit auch jedes Mal deine Opfer-Erfahrung.

2. Sinnlose Bewertung

“Das war so unfair! (… ungerecht! … böse!)”

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Verwechsle nicht Bedürfnis mit Strategie. Alle Menschen haben dieselben Bedürfnisse, nur ein wenig unterschiedlich gewichtet.

Bedürfnisse sind unschuldig, sie sind das Leben selbst.

Welche Strategien wir anwenden, um uns ein Bedürfnis zu erfüllen – das zeigt, wes Geistes Kind wir sind, welche Überzeugungen wir also hegen.

“Du bist schuld!” zu sagen, ist auch eine Strategie. Du willst dich damit entlasten, dich wohler fühlen, und vordergründig funktioniert das auch, indem du dem anderen alle Verantwortung überträgst.

3. Macht abgeben

Dieser schlimme Mensch hatte die Situation und dich völlig in der Hand. Du warst absolut machtlos, warst der Lieblosigkeit, Ungeduld, Brutalität, Ignoranz des anderen völlig hilflos ausgeliefert.

Stimmt das?

Ja!

Stimmt das wirklich?
War da vielleicht ein zartes warnendes Gefühl, das du ignoriert hast? Oder denk an deine Heldinnen und Helden: Hätten der Dalai Lama, Ronja Räubertochter oder deine Oma genau so reagiert wie du? Gab es wirklich nicht die geringste Alternative zu deinem Verhalten und deinen Gedanken in dieser Situation?

Wenn du für deinen Anteil, und sei er noch so winzig klein, die Verantwortung übernimmst, bekommst du deine Macht zurück. Nichts, was der andere jemals tun könnte, macht dich so frei – keine Entschuldigung, keine Reue und auch kein “ausgleichendes Schicksal”. Du hast es in der Hand. Du kannst dich (nur) selbst befreien.

4. “Restrealität” ausblenden

Das Leben ist niemals alternativlos, sondern nur dein Denken. Stell dir andere Fragen, und du wirst andere Antworten bekommen. Wenn du darauf beharrst, ein armes Opfer zu sein, musst du einen Teil der Realität ausblenden, die Realität deiner Wahlmöglichkeiten.

Du hattest keine?

Selbst, wenn das stimmen würde, was es nicht tut, jetzt hast du die Wahl: Spulst du den alten Gedankenfilm zum zigtausendsten Mal unverändert ab, oder inszenierst du ihn neu? Zum Beispiel mit Erkenntnissen, die du durch andere Fragen gewinnst:

  • Was war mein – und sei es auch noch so winziger – Anteil?
  • Was habe ich daraus gelernt?
  • Was könnte ich noch jetzt daraus lernen?
  • Was hat dieses Erlebnis Gutes für mich und andere gebracht?

Zum Schluss noch drei weitere Fragen

  • Was bringt es dir, wenn du ihm / ihr vergibst?
  • Wie willst du lernen, anderen zu vergeben, wenn dir niemand etwas antut?
  • Wie willst du lernen, dir selbst zu vergeben, wenn du keine Fehler machst?

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2 Gedanken zu „Die Herausforderung – 6. Woche

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