Spruchbild: "Ich muss" ist Sklavensprache

Die Herausforderung – 7. Woche

Du musst gar nichts.

Was? Ich muss aber meine Steuern zahlen, sonst lande ich im Gefängnis!

Es steht dir frei, deine Steuern nicht zu bezahlen und dafür ins Gefängnis zu gehen. Es steht dir auch frei, anders über Steuern zu denken und stolz auf deinen Beitrag zum Wohl der Nation zu sein. Es steht dir ebenfalls frei, so wenig zu verdienen, dass du unterhalb der Mindestbesteuerungsgrenze bleibst.

Marshall Rosenberg hat das ein paar Jahre lang gemacht, während des Vietnamkriegs. Er wollte nicht, dass sein Steuergeld verwendet wird, um damit Krieg zu führen. “Wir haben damals gelernt, mit dem Existenzminimum auszukommen”, sagt er, und es sei eine befreiende Erfahrung gewesen.

“Ich muss …” ist die Kurzform für:
“Wenn ich es nicht tue, fürchte ich die Konsequenzen.”

Wenn du das nächste Mal “Ich muss …” sagst, frag dich doch Folgendes:

  • Was würde passieren, wenn ich es nicht täte?
  • Was hätte das vermutlich für Konsequenzen, für mich und für andere?

Vielleicht sind die gar nicht so schlimm, und dann wirfst du das Muss über Bord und genießt deine Freiheit, etwas nicht zu tun.

Oder du machst aus dem “Ich muss …” ein “Ich will, weil “. Es könnte schließlich sein, dass dir das Ergebnis, genau betrachtet, den Einsatz wert ist.

Mach es dir zur Gewohnheit, jedes Muss zu hinterfragen -

… egal, ob es von jemand anderem kommt oder aus deinem eigenen Kopf. Wenn dir dabei eine Zwickmühle bewusst wird - “Die vermuteten Konsequenzen des Nichttuns erschrecken mich zu Tode, aber ich hasse es weiterhin, das zu tun, und will meine Einstellung dazu auch nicht ändern.” – wenn es so aussieht, helfen dir die folgenden Fragen dabei, eine dritte Lösung zu finden, mit der du gut leben kannst:

  • Welche drei anderen, günstigen Konsequenzen könnte es haben, wenn ich es nicht tue? Denk dir irgendetwas aus! Du brauchst nicht daran zu glauben.
  • Mit wem könnte ich mich beraten?
  • Was würde X (deine Heldin, dein Held) hier tun?
  • Welche Bedingungen würden mir helfen, die Sache mit einem guten Gefühl durchzuziehen? (z.B. besser dafür bezahlt werden; Unterstützung bekommen; es auf meine Weise tun dürfen; …) Wie kann ich dafür sorgen, dass ich diese Bedingungen bekomme?
  • Was lerne ich aus dieser Situation?

Willst du das wirklich?

Für all die “Ich muss …” und auch “Ich sollte …”, die du dir selber vorsagst – ich muss Karriere machen, abnehmen, mehr Geld verdienen, den Kuchen selber backen, gewinnen, … - für all das gilt:

  1. Will ich das wirklich? Oder glaube ich nur, dass ich es will?
  2. Nimm dich in den Arm und sage dir: “Oh, ich hab dich mit einem ,du musst’ bedrängt, das tut mir leid. Natürlich musst du gar nichts. Komm, lass uns herausfinden, was du gerne möchtest. Ich helfe dir dabei.” Kurz: Sei freundlich zu dir und behandle dich so, wie du von anderen behandelt werden möchtest.

Außer, du tust es nicht.

Du musst ja nichts.

Ein Gedanke zu „Die Herausforderung – 7. Woche

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