Tango

Tango und die Denkdiät

Am Wochenende war ich Tango tanzen. Im Workshop traf ich auf einen offensichtlich erfahrenen Tänzer, nennen wir ihn Paul. Eigentlich ging es gut mit uns beiden. Eigentlich. Das “Aber” verstand ich erst, als der Tangolehrer zu ihm sagte:

“Streng dich nicht so an.” Er meinte, Paul würde viel zuviel Kraft aufwenden, um seine Dame in die gewünschte Richtung zu führen. Dann zeigte er ein paar Takte lang, wie der Herr führt, ganz ohne die Bewegungen der Dame kontrollieren zu wollen: Plötzlich war ich  im Tangohimmel.

“Aha”, sagte Paul, “ich muss also was weglassen, oder?”
Der Meister strahlte. “Genau! Lass alles weg, was überflüssig ist. Darum geht es beim Tango fast immer.”

Nicht nur beim Tango. Wie oft überlassen wir dem Herren Wille die Führung; der drängt und schiebt uns voran, ohne darauf zu achten, wie es der Dame Herz dabei geht.

Willst du eins mit dir sein?
Dann lass das Herz bestimmen, wohin der Wille dich führt.

Herz, das ist nicht der Appetit, der sich regt, wenn dir etwas Verführerisches präsentiert wird – ein Kleid von Prada oder eine wahnsinnig tolle Geschäftsidee. Das Herz ist leise. Du hörst es, wenn du es fragst und dir die Zeit nimmst, zuzuhören. Dann weißt du genau, ob das hier “dein” Kleid ist, “deine” berufliche Chance, oder ob sie dich nur ablenken von deinen wahren Herzenswünschen.

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